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Actionpro X7 vs GoPro Hero3 Black

Actionpro X7

Die Actionpro X7

Die Rivalen: Actionpro X7 und GoPro Hero3 Black

Wenn man die technischen Spezifikationen der neuen Actionpro X7 durchliest, kann man den Eindruck gewinnen eine passende Alternative in Sachen tauchfähiger Actionkamera gefunden zu haben. Nachdem die neue Action-Kamera aus dem Allgäu auch noch mit Features aufwartet, die man bei dem der bereits seit Ende 2012 erhältlichen GoPro Hero3 Black – gerade als Taucher – gerne gehabt hätte, macht sie natürlich besonders interessant.

Wie sieht es aber mit Batterielaufzeit, Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen und Farbwiedergabe aus? Und wie schlägt sie sich unter Wasser im Vergleich zur inzwischen etablierten Hero3 Black? Dies alles klärt der folgende Vergleichstest.

Die beiden Videos folgenden vergleichen die Actionpro X7 und die GoPro Hero Black in Sachen Unterwasserfilm, detailierte Informationen zu den Ergebnissen des Vergleichstest stehen in diesem Artikel. Gucken ist also schön, aber weiterlesen lohnt sich auch. 😉

Inhalt des Videos 1:

  1. Der erste Eindruck
  2. Das Einstellungsmenü
  3. Die Batterielaufzeit

Inhalt des Videos 2:

  1. Das Bildrauschen
  2. Vergleich der Hero3 Black und X7 unter Wasser
  3. Fazit

Der erste Eindruck

Hält man die beiden Kameras nebeneinander, ist so gut wie kein Größenunterschied ersichtlich, zumindest wenn die GoPro mit Display ausgerüstet ist. Die X7 ist dann insgesamt nur ein wenig voluminöser.

Ohne Display kommt die Hero3 zwar deutlich schlanker daher als die X7 mit ihrem integrierten Display, doch unter Wasser filmen ohne in einem Display erkennen zu können was man da filmt ist immer Glücksache und daher auf Dauer nicht wirklich praktikabel.

Actionpro X7 vs GoProHero3 Black Edition

Größenvergleich der Actionwinzlinge

In Sachen Handhabung macht die X7 es dem Benutzer deutlich einfacher als die Actionkamera von GoPro. Während man bei der Hero3 immer das Display entfernen muss, um an den Akku zu kommen, erfolgt der Zugriff auf den Akku bei der Actionpro an der Seite. Eine Befestigung am Batteriefach verhindert darüber hinaus den Verlust der Abdeckung.

Die Speicherkarte ist bei der X7 direkt neben dem Slot für den Akku angebracht und, was besonders praktisch ist, ohne eine zusätzliche Abdeckung erreichbar.

Während die Hero3 Black in der Bedienung, wenn man von dem Knopf zum Ein-/Ausschalten des WLANs einmal absieht, mit zwei Knöpfen auskommt, hat man bei Actionpro der X7 gleich drei Bedienelemente gegönnt. Dies stellt sich spätestens beim Zappen durch das Menü als deutlicher Fortschritt heraus, da man so auch mal einen Schritt zurück machen kann und nicht wie bei der GoPro komplett durchs Menü springen muss, wenn man an dem gewünschten Menüpunkt im Eifer des Gefechts vorbeigehüpft ist.

Was ebenso auffällt ist das Display. Während die Hero3 out-of-the-box erst einmal ohne ein solches beim Kunden landet und dieser es sich für fast 100 Euro extra kaufen muss besitzt die X7 bereits einen Monitor.

Schaltet man die beiden Kameras ein, so begrüßt uns die GoPro mit einem sehr hellen, relativ mattem Display (altes Display der Hero HD), auf dem man allerdings in hellem, klarem Wasser, wenn auch noch das spiegelnde Plastikgehäuse darüber liegt nur noch eingeschränkt die Welt vor der Kameralinse erkennen kann.

Das Display der Actionpro ist bereits in ausgeschaltetem Zustand als spiegelnd zu erkennen. Schick, aber bei Sonnenlicht nicht wirklich praktikabel, erst recht nicht in einem spiegelnden Plastikgehäuse. Schaltet man die X7 dann ein, so bemerkt man ein deutlich dunkleres Bild als bei der GoPro, das auch sofort undeutlicher wird, wenn man von der Seite, also nicht frontal darauf blickt.

Die Displays von Actionpro X7 und GoPro Hero3 Black Edition

Die Displays von Actionpro X7 und GoPro Hero3 Black Edition im Vergleich

Wenn man bedenkt, wozu die Displays bei Action-Cams hauptsächlich verwendet werden, nämlich zur Kontrolle des Aufnahmebereichs, danach werden sie in vielen Fällen abgenommen oder ausgeschaltet, dann ist diese Darstellungsqualität sicherlich verschmerzbar. Wie das jedoch beim Filmen in sonnenbeschienenem, tropischem Wasser aussieht, wo man darauf angewiesen ist zu erkennen, ob man gerade den Zackenbarsch filmt, oder die Hirnkoralle daneben, wird sich noch zeigen. Wir sollten daher bedenken, Actionkameras wurden ursprünglich in keiner Weise für uns Taucher entworfen. Einige von uns haben sie vor ein paar Jahren einfach für das Tauchen entdeckt.

Erfreulich in diesem Zusammenhang ist der Aqua-Modus im Menü der X7, der einen Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen verspricht. So etwas gibt es in der Firmware der Hero nicht, es sei denn man möchte sich mit Protune und Camera Raw befassen, aber das ist eine ganz andere Baustelle und eigentlich ein Workaround mit nachträglichem Weißabgleich am heimischen Rechner.

Erste Testaufnahmen im Freien mit beiden Kameras parallel zueinander zeigen bei beiden Bewerbern sehr kräftige Farben. Das Bild der X7 wirkt ausgewogener, der typische gelbliche Farbstich der Hero3 Black fehlt. Bei einem Schwenk auf einen leicht bewölkten Himmel im Gegenlicht sind deutlich mehr Details in der Aufnahme der X7 zu erkennen, während bei der GoPro Hero3 Black die hellen Bereiche deutlich überstrahlen. Die Hero hellt darüber hinaus Schatten zusätzlich auf, während diese bei der X7 dunkler und daher natürlicher bleiben. Allerdings fällt bei der X7 bei Schwenks von dunklen zu hellen Bereichen gelegentlich ein leichtes Flimmern im Bild auf.

Das Einstellungsmenü

Das Menü der X7 ist im Vergleich zur Hero3 sehr aufgeräumt. Es ähnelt vom Aufbau stark den Menüs von Kompaktkameras. Es beinhaltet Tabs, die wiederum logische Unterpunkte beinhalten und die Dank der drei Tasten einfach zu erreichen sind. Schon nach ein paar Minuten kennt man sich aus und findet schnell was man sucht. Auch hier könnte sich der Marktführer mal eine Scheibe abschneiden.

Im Menü kann man die Auflösung bis zu 1080p, also FullHD einstellen. Mehr kann die X7 im Gegensatz zur Hero3 Black – die Auflösungen bis zu 4k anbietet – nicht. Ebenso lassen sich dort Framerate und der Bildwinkel einstellen. Positiv fällt hier auch der schon erwähnte Unterwassermodus (Aqua-Modus, ein Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen) auf.

Die Batterielaufzeit

Die offizielle Kapazität der Akkus beider Kameras ist unterschiedlich. Hero3: 1050mAh, X7: 1200mAh. Die Kapazität des Akkus der X7 liegt also 150mAh über der Hero3.

Doch kommen wir zum eigentlich Vergleich der Batterielaufzeiten. Die folgenden Kriterien waren vorgegeben: Auflösung 1080p, 30 Frames pro Sekunde, beide Kameras filmten unter der Einstellung Wide das gleiche Motiv mit identischer Lichtsituation.

An der Hero3 Black befand sich das alte Display der Hero HD bzw. Hero2, an der X7 natürlich das bereits integrierte Display. In beiden Kameras steckten die Originalakkus der Hersteller. Der Akku der GoPro hatte zum Zeitpunkt des Tests ca. 20 Ladezyklen hinter sich, stand also bereits in der Blüte seines Lebens, während der Akku der Actionpro zum ersten Mal nach dem Auspacken benutzt wurde.

Das Ergebnis ist erstaunlich. Nach einer Stunde und drei Minuten Dauerbetrieb schaltete sich die GoPro Hero3 Black ab, während die Actionpro X7 die vom Hersteller angegeben 100 Minuten sogar noch um vierzehn Minuten übertraf. Damit läuft die Actionpro X7 sogar deutlich länger, als die soeben neu erschienene GoPro Hero3+ Black Edition, die eine bis 30% längere Batterielaufzeit gegenüber der Hero3 Black verspricht.

Batterievergleich, Laufzeit Actionpro X7 vs GoPro Hero3 Black

Kann deutlich länger: Die Actionpro X7

Aber nicht nur die bloße Batterielaufzeit der X7 verdient Aufmerksamkeit. Während die Batterieanzeige der Hero3 bei dem alten Display bereits nicht mehr zu erkennen ist, wenn nur noch ein Balken angezeigt wird, weil das alte Display entgegen der Versprechungen von GoPro auch nach fünf Updates der Firmware immer noch nicht voll kompatibel zur Hero3-Serie ist, und somit in der Praxis nur noch geschätzt werden kann, ob die nächste Aufnahme noch machbar sein wird oder nicht, verfügt die X7 über eine wirklich vorbildliche Anzeige der restlichen Akkuladung. Wenn auch der letzte Balken verschwunden ist, beginnt das Symbol zu blinken und macht so klar, dass nun bald endgültig Feierabend ist.

Doch zurück zur Batterielaufzeit. Wer schon einmal auf einem kleinen, schwankenden Tauchboot versucht hat während der Oberflächenpause den Akku der Hero3 zu wechseln und dabei sowohl das Kameragehäuse, die Kamera selbst, das Display und den Batteriefachdeckel während des Akkuwechsels vor Verlust oder Schaden zu bewahren, der wird die Akkulaufzeit der Actionpro X7 zu schätzen wissen. Die reicht nämlich für gut zwei Tauchgänge in Folge, zumal die Kamera bei einem Tauchgang ja nicht ständig läuft, sondern nur bei Bedarf aufgenommen wird. Eventuell sind so sogar drei Tauchgänge mit einer Akkuladung machbar.

Das Bildrauschen

Eine Kamera, die unter Wasser gute Aufnahmen machen soll, sollte auch möglichst wenig Bildrauschen produzieren, da man unter Wasser nicht immer mit perfekten Lichtverhältnissen rechnen kann. Bei schlechter Sicht, in großer Tiefe und in Canyons, Höhlen oder Wracks und natürlich auch bei Nachttauchgängen ist Licht oft Mangelware. Besonders an den Übergängen zwischen hellen und dunklen Bildbereichen kommt es dann zu grobkörnigen Bildinhalten, dem Bildrauschen.

Actionpro X7 Bildrauschen

Die Actionpro X7 geht gegenüber der Hero3 Black als Siegerin in Sachen Bildrauschen hervor

Rauscharme Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen dafür steht seit ihrem Erscheinen die Hero3 Black. Es ist erstaunlich, wie wenig der Sensor auch bei schlechten Lichtbedingungen rauscht. Dies gilt allerdings hauptsächlich für die Einstellung Wide. Versetzt man die Hero3 in den Modus Medium oder gar Narrow, zoomt sie digital ein, um den Bildausschnitt zu verkleinern. Dies hat auch ein deutlich stärkeres Bildrauschen zur Folge, da dieses mitvergrößert wird.

Die Actionpro X7 kann den Bildausschnitt ähnlich wie die GoPro Hero3 Black verengen. Nach Auskunft von Actionpro wird dies jedoch mit einer anderen Methode erreicht, die weniger Bildrauschen zur Folge hat.

Und wie sieht das in der realen Welt aus? Für den Trockentest waren wieder beide Kameras Seite an Seite und filmten das gleiche Motiv im Münchner Sea Life bei gleichen (schwachen) Lichtbedingungen in FullHD bei 30 Frames pro Sekunde. Zuerst in der Einstellung Wide, dann Medium und schließlich auch Narrow.

Das Ergebnis ist schnell erklärt: Im Modus Wide tun sich die beiden Konkurrenten nicht besonders viel. Beide liefern für ihre Klasse ein erstaunlich geringes Bildrauschen. Wobei auch hier die Hero3 Black wieder das deutlich hellere Bild aufzeichnet, während die Schatten bei der X7 härter, aber auch realistischer sind. Die Aufnahme der Hero3 Black enthält etwas mehr Bildrauschen, dafür aber auch mehr Details, während die Aufnahme der X7 einige Details verschluckt, dafür aber das Bild wirklich nahezu rauschfrei abliefert. In beiden Fällenn handelt es sich aber um Jammern auf hohem Niveau. Die winzigen Sensoren in beiden Kameras leisten erstaunlich gute Arbeit für ihre Größe.

In den Modi Medium und Narrow sieht es jedoch anders aus. Während in Medium die Unterschiede noch moderat aber sichtbar sind, trennt sich in Narrow die Spreu vom Weizen. Um es gleich kurz und knapp zu machen, die Actionpro X7 ist der klare Sieger dieses Vergleichs. Sie rauscht bei wenig Licht zwar auch, doch deutlich geringer als die Hero3 Black. Während die GoPro beim Rauschen auch farbige Bildinhalte produziert, das sogenannte Farbrauschen, das durch seinen Lilaschimmer besonders unangenehm auffällt, ist bei der X7 nahezu kein Farbrauschen zu erkennen. Actionpro ist in dieser Hinsicht also ein echter Fortschritt gelungen, allerdings geht dieser leicht zu Lasten der Details im Bild.

Vergleich Hero3 Black und X7 unter Wasser

Obwohl es sich bei beiden Kameras um sehr ähnliche Typen handelt, ist der Vergleich der Hero3 Black und der X7 bei Unterwasseraufnahmen ein wenig wie der berühmte Vergleich von Äpfeln und Birnen.

Warum ist das so? Nun, die Hero3 Black verfügt, wenn man den Protune-Modus nicht benutzt, über keine Möglichkeit auf den Weißabgleich der Kamera Einfluss zu nehmen. Was also bleibt ist die nachträgliche Korrektur des Blau-/Grünstichs in einer geeigneten Videoschnittsoftware.

Will man es sich dabei einfacher machen, also den Rotanteil nicht völlig aus dem Rahmen laufen lassen, bleibt nur der Einsatz eines Rotfilters (Blauwasser), bzw. eines Magentafilters im

Vergleich der Actionpro X7 und GoPro Hero3 Black

Vergleich der Actionpro X7 und der GoPro Hero3 Black bei Kunstlicht im Blauwasser | © Andreas Baldauf

Grünwasser. Der Einsatz dieser Filter ist nicht unumstritten, da sie natürlich Licht schlucken, oft die Bildschärfe verringern und kein Allheilmittel sind, da ihre Wirkung je nach Tiefe an physikalische Grenzen stößt.

Einen manuellen Weißabgleich, mit dem man je nach Tiefe und Lichtsituation neu kalibrieren könnte, hat die Hero3 Black aber nicht. Die X7 übrigens auch nicht, aber im Gegensatz zur GoPro hat sie einen speziellen Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen, ähnlich wie viele Kompaktkameras ihn haben und die damit in geringen Tiefen ganz gute Ergebnisse erzielen. Wenn man so will, muss man also bei der Hero3 Black für den „Unterwasserweißabgleich“ mechanisch per Filter sorgen, während die X7 das elektronisch bei der Aufnahme erledigt.

Egal ob man im Grünwasser oder im Blauwasser filmt. Eines hat die X7 ihrer Konkurrentin immer voraus: eine etwas größere Bildschärfe.

Kommen wir zum Blauwasser. Wie in dem Video zu diesem Artikel sichtbar ist, macht die X7 bei eingeschaltetem Aqua-Modus und der Verwendung von Kunstlicht, in diesem Fall waren es zwei Sola Light 1200, Aufnahmen mit knackigen Farben, die eigentlich fast keiner Nachbearbeitung mehr benötigen. Die Hero3 Black dagegen hat trotz Kunstlicht noch deutlichen Verbesserungsbedarf in Sachen Farben und Kontrast.

Vergleich der Actionpro X7 | GoPro Hero3 Black

Vergleich der Actionpro X7 und der GoPro Hero3 Black bei Tageslicht im Grünwasser

Auch ohne Licht und in einer Tiefe unter 10m, wo der Rotanteil des Tageslichts praktisch nicht mehr vorhanden ist, kann man die Aufnahmen der beiden Kameras gut unterscheiden. Die GoPro neigt zu einem Mix aus Grün und Blau, die Actionpro regelt das gesamte Bild in ein ausgeglichenes Blau.

Im Grünwasser sieht es etwas anders aus. Hier ist der Aqua-Modus wie so vieles im Leben Geschmacksache. Mir persönlich erschienen die Aufnahmen der GoPro mit Magentafilter von den Farben her etwas realistischer als die der Actionpro. Die Actionpro wiederum bietet auch hier die realistischeren Kontraste. Allerdings spricht auch bei der X7 nichts dagegen den Aqua-Modus zu deaktivieren und ebenfalls mit einem Magentafilter zu arbeiten. Gleiches gilt natürlich auch für das Blauwasser, wenn man kein Kunstlicht zur Verfügung hat oder nicht damit filmen will/kann. In Tiefen von ca. 6m bis 12m (in klarem tropischem Wasser) wird auch hier die Verwendung eines Rotfilters deutlich bessere Farben bringen als der Aquamodus, der seine Wirkung nur bis ca. 6m gut entfalten kann.

Fazit

In Sachen Coolness geht das Augenmerk sicherlich in Richtung GoPro, auch wenn die dahinter stehende Technik durchaus ihre Mängel hat. Kann da ein Newcomer gegen diesen Hip-Faktor ankommen, selbst wenn seine Firmware tadellos funktioniert und er auch sonst vieles besser macht?

Ich denke, das wird sehr schwierig, auch wenn man technisch und vom Preisniveau her bei Actionpro die besseren Karten hat.

Actionpro X7 und GoPro Hero3 Black

Haben sich beide tapfer geschlagen: die Actionpro X7 und die GoPro Hero3 Black

Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn man die Unternehmensstrategie bezüglich uns Tauchsportlern ansieht. So hat GoPro erst kürzlich die neue Hero3+ Black Edition vorgestellt. Abgesehen von der um 30-40% längeren Akkulaufzeit hat sich dort aber in Sachen Unterwassereinsatz nichts getan. Einen Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen vermisst man dort immer noch. Auch hat man sich entschieden das Gehäuse dünner zu machen um Gewicht zu sparen. Damit ist das Gehäuse nun nur noch bis zu 40m wasserdicht, wohingegen die Actionpro X7 und die „alte“ Hero3 Black in einem Gehäuse stecken, das bis 60m zugelassen ist. Das Tauchen scheint bei GoPro also immer noch keinen nennenswerten Anteil zu haben, sonst hätte man beim Update das Gehäuse der beliebten Black Edition nicht zugunsten einer Gewichtsersparnis geschwächt.

Preislich ist die Actionpro günstiger als die (noch) verfügbare Hero3 Black. Denn auch wenn die Händler die Preise des Vorgängermodells im Zuge der Neuerscheinung der Hero3+ Black auf ca. 350 Euro abgesenkt haben, so bekommt man die X7 nicht nur für sehr günstige 279 Euro (Stand Nov. 2013), sondern man bekommt auch deutlich mehr an Zubehör als bei GoPro. Dieses Zubehör muss bei der kalifornischen Action-Cam nämlich erst noch teuer hinzugekauft werden. Exemplarisch möchte ich hier nur das bei der X7 bereits integrierte Display erwähnen, für das man sonst bei GoPro nochmals fast einhundert Euro hinlegen muss sowie das Skeleton-Gehäuse (The Frame, GoPro) und den Stativ-Adapter. Unter rein finanziellen Gesichtspunkten muss man also zur Actionpro X7 greifen.

Und wie sieht es technisch aus?

Was die Actionpro X7 nicht bieten kann, sind Auflösungen jenseits von 1080p sowie die Möglichkeit Aufnahmen im Camera Raw-Modus zu machen, ähnlich wie das bei der GoPro mittels Protune möglich ist. Ob beides wirklich nötig ist, muss jeder User selbst für sich entscheiden. Die meisten von uns werden derzeit aber noch Probleme haben, Material mit 2,7K oder gar 4K vernünftig zu schneiden, nachzubearbeiten oder am Ende auf einem entsprechenden TV wiederzugeben.

Ebenso muss man auf bei der GoPro liebgewonnene Features, wie den Upside-Down-Modus oder filmen und dabei gleichzeitig Fotos schießen, verzichten.

Das Display der X7 ist für Taucher nicht gerade das Gelbe vom Ei, es ist sehr dunkel und der Blickwinkel darauf darf nicht zu schräg sein auch die Spiegelungen sind schon sehr stark, was gerade im Flachwasser bei starker Sonneneinstrahlung ein Problem sein kann.

Dafür verbraucht es aber anscheinend deutlich weniger Strom als das Display der GoPro, das in der neuesten Version als Touchscreen erhältlich ist. Der unter Wasser allerdings nicht als solcher genutzt werden kann, sondern nur konventionell über die Tasten bedienbar ist.

Während bei der Hero3 Black unter Wasser ein Filter nötig ist, um ein Abdriften der Farben ins Grünblau zu vermeiden, leistet der Aqua-Modus der X7 in den meisten Situationen gute Dienste. Warum GoPro so etwas nicht bereits mit Einführung des Unterwassergehäuses mit flacher Linse in die Firmware integriert hat und stattdessen bis heute auf Protune und Camera Raw verweist, bei dem man immer zur Nachbearbeitung der flauen Farben, der mangelnden Schärfe und des Bildrauschens gezwungen wird, ist mir ein Rätsel. Denn nicht jeder, der unter Wasser filmt möchte danach auch noch Zeit mit der Nachbearbeitung verbringen.

Und genau dafür sind sie gemacht, die Actionkameras. Um Momente ohne großen Aufwand in den unmöglichsten Situationen einfangen zu können. Die X7 erweitert diese Möglichkeit – dank Aqua-Modus – ohne großen Aufwand und Kauf von Filtern um die Unterwasserwelt.

Die Actionpro X7 macht unterm Strich vieles besser, was bei der GoPro Hero3 Black immer kritisiert wurde: Akkulaufzeit, Handhabung, Farbwiedergabe, Bildrauschen im Modus Narrow und Zuverlässigkeit, also alles Dinge die man unter Wasser an einer Kamera zu schätzen weiß, sind bei der X7 besser umgesetzt als bei der Hero3 Black. In meinen Augen ist der Marktauftritt der Actionpro X7 daher eine durchaus gelungene Kampfansage an GoPro. Und nebenbei eine fast ideale Immer-dabei-Kamera für uns Neoprenfische.

Dank

Ein besonderer Dank geht an Andreas Baldauf für die Blauwasseraufnahmen der GoPro Hero3 Black und der Actionpro X7.

Weiterführender Link: Testbericht GoPro Hero3 Black Edition

13 Kommentare zu “Actionpro X7 vs GoPro Hero3 Black

  1. Pingback: Actionpro X7 vs GoPro Hero3 Black – Wie schlägt die neue Actionpro sich unter Wasser? |

  2. Herr Wefers

    Hallo Herr Abstreiter, erst mal vorab sehr schöne Tests!

    – Jedoch leider mit einem sehr kleinen Fehler beim X7 Gehäuse das eine Sicherung des Verschluß hat, nicht wie im Video 1 beschreiben ohne Sicherung.

    – Ebenso währe ein Test im Video 2 mit Filter Magenta bei der X7 besser gewesen den es ja gibt im Set als Rot & Magenta.

    Grüsse Herr Wefers
    http://www.actioncamshop.de

    1. bluewavefilms

      Hallo Herr Wefers,

      vielen Dank für ihr Feedback.
      Es stimmt, in Teil 1 habe ich mich bezüglich der Sicherung etwas unglücklich ausgedrückt. Gemeint war eine Sicherung ähnlich der Hero3, die sich nicht auf der gleichen Achse befindet wie der Öffnungsmechanismus selbst.
      Bei den UW-Testaufnahmen ging es darum die X7 so zu zeigen, wie sie mit Bordmitteln, also ohne zusätzliche Filter und sonstiges Zubehör zur Bildveränderung funktioniert, darauf hatte auch der Hersteller Wert gelegt. Daher habe ich damals bewußt auf jegliche Filter bei der X7 verzichtet.

      Schöne Grüße!
      Andreas Abstreiter

  3. Peter

    Hallo Herr Abstreiter,
    danke für diesen überaus informativen Test.

    Ich habe noch zwei kurze Fragen zur X7.

    Was liefert die besseren Ergebnisse im Bereich
    6m bis 20m Blauwasser ohne Videolicht
    Aquamode mit Rotfilter
    oder
    nur Rotfilter ohne Aquamode ?

    Welche Universaleinstellungen würden Sie vorschlagen ?
    1080 30fps wide oder ………?

    Schon mal vielen Dank

    Peter

    1. bluewavefilms

      So ganz pauschal kann man es leider nicht sagen, was im Blauwasser im Bereich von 6-20m besser ist. Es hängt nämlich leider auch von der Klarheit des Wassers und von der Lichtsituation ab. Ich versuche es jetzt jedoch mal mit einer Aussage, die auf so ca. 80% der Fälle zutreffen dürfte:
      Im Bereich von 6m ist bei klarem Wasser der Aquamode mit einem Rotfilter oft zuviel des Guten, das Bild wird zu rötlich. In Tiefen von ca. 8-15m würde ich den Aquamode UND ein Rotfilter verwenden. Jenseits der 15m jedoch schluckt ein Filter nur noch Licht und bringt keinen nennenswert höheren Rotanteil mehr ins Bild. Zumindest ist dies beim für die X7 verfügbaren Orangefilter so. Filter wie den Magic-Filter, der angeblich auch in 20m noch Farbe rauskitzeln soll, habe ich mit der X7 noch nicht getestet.

      Mit 1080p und 30fps fährt man in 95% aller Fälle sehr gut. 60fps sind eigentlich nur für Actionaufnahmen gut, oder wenn man die Aufnahme später stark verlangsamen will. Bei 60fps ist die Belichtungszeit nur halb so lang wie bei 30fps, was bei schlechteren Lichtverhältnissen auch schnell zu schlechteren Ergebnissen führen kann. Fürs Tauchen ist mein Rat daher eindeutig: 30fps einstellen.
      Ich habe die X7 fast immer in der Einstellung Narrow, da Fische dann nicht so winzig wirken. Wide nutze ich nur, wenn es eng wird und viel auf das Bild soll, also etwa bei Canyons und Wracks.

      Schöne Grüße!
      Andreas

  4. Manuel

    Hallo Herr Abstreiter,

    ich danke für den hervorragenden und ausführlichen Artikel (bzw. auch das überzeugende Video). Die Videos haben mich ein wenig zum Nachdenken gebracht. Bisher habe ich über eine Gopro nachgedacht (und tue es noch immer!), allerdings scheint die Actionpro doch ein wenig besser zu sein. Jetzt kommt ja am 05.10.2014 die neue Gopro raus. Ist dazu ebenfalls ein Vergleichsbericht angedacht und wenn ja, wann wird der kommen??

    Liebe Grüße,

    Manuel

    1. bluewavefilms

      Angedacht schon, aber da ich kein Testexemplar der neuen GoPro Hero4 vorliegen habe und dieses wohl auch nicht bis zu meinem nächsten Testaufenthalt in Ägypten im November zu erwarten ist, möchte ich da keine Hoffnungen auf eine neuen Vergleichsbericht wecken.
      Zumal ein Vergleich sehr schwer zu machen sein dürfte, da ich eine aktuelle Kamera von GoPro mit flüssigem 4k gegen eine ein Jahr alte Kamera von Actionpro mit FullHD antreten lassen müßte. Dieses wäre unfair.

      Sollte die Hero4 vor allem wegen der 4k interessant sein, möchte ich zum Trost folgende Gedanken mit auf den Weg geben:

      – Kann mein Rechner/meine Schnittsoftware 4k flüssig verarbeiten, auch wenn ich zahlreiche Farbkorrekturen mache?
      – Habe ich dafür einen 4k-Monitor?
      – Habe ich genügend Festplattenkapazität? Ein Frame in 4k hat 9MP!
      – Kann ich 4k überhaupt ansehen, d.h. habe ich die Möglichkeit 4k Blu-rays zu brennen, abzuspielen und habe ich einen 4k-TV?
      – Eventuell ist also ein bis zu fünfstelliger Betrag für neue Hardware nötig.
      – YouTube erlaubt zwar inzwischen den Upload von 4k-Material, aber wer verfügt überhaupt über einen DSL-Zugang, der schnell genug für die unterbrechungsfreie Wiedergabe ist?
      – Schneidet man weiter in FullHD filmt aber in 4k, kann man beim Schneiden digital in das Bild hineinzoomen und die Hero4 so universeller verwenden, als z.B. die alten Heros oder die X7.

      Schöne Grüße!
      Andreas

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  7. Dirk Hoffmann

    Hallo,
    Ostern geht es an die Milford Haven und ich würde dort natürlich gerne Fotos und Videos im 60m Bereich machen. Jetzt überlege ich, ob dafür die Anschaffung der X7 lohnt. Hat da zufällig jemand Erfahrung? Danke im vorraus

    1. bluewavefilms Autor des Beitrags

      60m macht das Standardgehäuse der X7 offiziell zwar mit, ausreizen würde ich es aber nicht.
      Wenn Du die Möglichkeit hast, nimm es einmal leer mit auf diese Tiefe und schaue was passiert. Am besten legst Du noch etwas Klopapier hinein, damit auch kleine Leckagen dokumentiert werden.

      Schönen Gruß
      Andreas

  8. http://www.yl667.com/

    Lieben Dank für euren hilfreichen Beitrag.

    Ich habe euren Weblog schon seit einiger Zeit im Newsfeed abonniert.
    Und jetzt musste mich mal einen schnellen Kommentar da lassen .

    Macht genauso weiter, freue mich bereits jetzt schon auf
    den nächsten Beitrag

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