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Tauchen auf Negros, Philippinen

Wir waren vom 21. bis 26. Februar im Anschluß an unsere Reise nach Malapascua in Dauin auf der philippinischen Insel Negros mit den Sea Explorers tauchen. Dort machen wir 11 Tauchgänge. Die allermeisten davon waren Makro-Tauchgänge.

Tauchen auf Negros - Nudibranch - Makro
Die Anreise von Malapascua über Land nach Dauin erfolgt zwar nicht im Schneckentempo, ist aber leider sehr mühsam – und kann auch abenteuerlich werden…

Anreise

Die Anreise erfolgte zunächst von Malapascua zur benachbarten Insel Cebu mit einem traditionellen philippinischen Boot, das den Tauchbooten sehr ähnlich war. Dort am Hafen angekommen wartete ein Taxi auf uns, das uns die nächsten sieben Stunden vom Nordende zum Südende von Cebu brachte. Zunächst dachten wir, daß es sich dabei um ein ganz normales öffentliches Sammeltaxi handelte, da außer uns noch eine Philippinerin einen Teil der Strecke mitfuhr. Auch fragte der Fahrer erst gut zehn Minuten nach der Abfahrt, ob wir überhaupt diejenigen wären, die nach Dauin auf Negros wollten. Überhaupt schien der Fahrer einen schlechten Tag zu haben. Dem ersten der zahlreichen Straßenhunde fuhr er den halben Hintern ab, gut eine halbe Stunde später überfuhr er einen sehr großen Hund, der seinen Kotflügel und Radkasten derart beschädigte, daß wir eine Weile anhalten mußten, um die Schäden zu beseitigen, damit wir weiterfahren konnten.
An der öffentlichen Fähre im Süden von Cebu angekommen drückte uns der Fahrer zwei Tickets in die Hand und wir warteten auf das Ablegen der Fähre. Es folgte ein knapp halbstündige Überfahrt nach Negros in einer bis auf den letzten Platz besetzten Fähre. Eine von der Art, wie sie gelegentlich am Ende von Nachrichtensendungen erwähnt werden, wenn sie mit Mann und Maus gesunken sind.
Bei Ankunft auf Negros war wie schon in Cebu City und auch vor Malapascua Fieber messen, wegen Corona-Virus angesagt. Außerdem mußten wir Angaben zu unserem bisherigen Reiseverlauf machen. Danach ging es noch knapp 40 Minuten mit einem sehr netten Taxifahrer durch den freitäglichen Berufsverkehr, den er aber wohl so gut es ging durch Ausweichstrecken vermeiden konnte. Insgesamt würden wir die Reise von Malapascua nach Dauin als durchaus anstrengend und abenteuerlich bezeichnen. Wir würden so etwas in Zukunft jedenfalls nicht mehr machen. Um einmal die beiden Standorte der Sea Explorers in einem Aufwasch kennenzulernen, war es aber nicht anders machbar.
Gut zu wissen: Man fährt insgesamt 9-11 Stunden von Malapascua nach Dauin. Auf der Fahrt gibt es nichts zu essen und nichts zu trinken. Man muß sich zuvor alles selbst organisieren oder unterwegs kaufen, was dann aber die Fahrzeit verlängert. Pinkelstops gibt es natürlich auch nur bei unbedingtem Bedarf. Außerdem: Für das Gepäck-Handling auf der Fähre werden 20 Pesos Gepäckgebühr fällig, die bei Ankunft auf Negros zu zahlen ist. Darüber hinaus sollte man den Portern natürlich ein Trinkgeld für das Schleppen geben.

Tauchen auf Negros
Der Strand an der Tauchbasis der Sea Explorers in Dauin auf Negros

Unterkunft

In Dauin waren wir im Hotel Pura Vida untergebracht. Auch hier gibt es das gleiche Konzept wie auch schon auf Malapascua. Man bucht Hotel und Tauchbasis zusammen. In der wunderschönen Hotelanlage des Pura Vida wird dies besonders deutlich. Die Zimmer haben keine Nummern, sondern die Namen von Tieren, die man unter Wasser finden kann. Unser Zimmer Ghostpipe war direkt am Strand gelegen. Von unserer Zimmertüre zur Tauchbasis, zum Tauchboot, zum Restaurant und zur Bar waren es keine vierzig Schritte. Auch hier war das Zimmer sehr gepflegt und sauber.

Tauchbasis in Dauin

Kennt man bereits die Tauchbasis auf Malapscua, findet man sich sofort auch in Dauin zurecht. Gleiches Konzept, gleiche Struktur und Beschilderung. Dennoch erhielten wir ein sehr ausführliches Basenbriefing. Auch wurde uns sofort Tony, unser Tauchguide für alle Tauchgänge vorgestellt. Generell war der Empfang in Dauin sehr herzlich, fast als wären wir Stammgäste. Als überaus praktisch und zeitsparend hat sich erwiesen, daß wir unsere Check-in-Unterlagen von der Basis auf Malapscua mitbekommen hatten. So konnten wir diese einfach abgeben und hatten keinerlei Papierkram mehr zu erledigen. Super!
Im Unterschied zu Malapsacua werden auf Negros jedoch andere Riffschutzgebühren und eine zusätzliche Kameragebühr fällig, letztere wird pro Tauchgang veranschlagt.
Wie auch schon auf der anderen Tauchbasis bekannt, gab es auch hier Infotafel mit den Zielen der nächsten beiden Tage. Auch managte eigentlich fast immer jemand von der Basis aktiv die Verteilung der Taucher auf die Boote und die Tauchplätze. So war gewährleistet, daß keines der Boote zu voll war und jeder an die Spots kam, die er oder sie unbedingt sehen wollte.
Taucht man mit Nitrox, schnappt man sich am späten Nachmittag vor dem Tauchtag die benötigten Flaschen und bereitet diese vor. Die Flaschen verfügten alle über DIN-Ventile, so wurde hier kein Adapter nötig.

Tauchen auf Negros
Das Tauchen auf Negros lebt von den kleinen Dingen: Hier ein Mini-Frogfish

Tauchen in Dauin auf Negros

Die Tauchbasis der Sea Explorers hat theoretisch ein Hausriff, doch war während unserer Anwesenheit der Wind so stark, daß wir es kein einziges Mal betauchen konnten. So bestand das Tauchen auf Negros für uns ausschließlich aus Bootstauchgängen. Wobei bei meist jeder Bootsfahrt zwei Tauchgänge geplant waren. Diese begannen am frühen Vormittag und gegen Mittag war man bereits mit den zwei Tauchgängen fertig und konnte so entspannen oder das Restaurant zu einem leckeren Mittagessen heimsuchen.
Die Wassertemperatur betrug an allen Tauchplätzen zwischen 25 und 26 Grad. Zum Filmen und Fotografieren wäre ein 7mm fast schon besser gewesen als unsere 5mm. Die Sicht lag bis auf eine einzige Ausnahme bei lediglich 10m. Zum Muck-Diving ist die Sichtweite zum Glück egal, zumal unser Guide Tony alle Critter sehr schnell fand und uns zeigte. Allerdings hätten wir bei unserem 3-Tank-Dive vor dem streng geschützten Apo Island sehr gerne eine besser Sicht gehabt. Denn vermutlich sind wir an Apo Island über den vermutlich schönsten und intaktesten Korallengarten hinweggetaucht, den wir in den letzten acht Jahren zu Gesicht bekommen konnten. Es ist doch immer wieder „erstaunlich“, welch positiven Einfluß es haben kann kein Dynamit ins Wasser zu werfen. Solche Anblicke gab es in alten Zeiten bestimmt an sehr vielen Orten auf den Phillippinen, bevor die kurzsichtige Dynamitfischerei die Riffe zu Schutthalden zerbombte und die Inseln zum Makroparadies verkamen. Insofern ist natürlich jeder Peso Riffschutzgebühr, der auch zu diesem Zweck verwendet wird, gut angelegtes Geld.
Das Tauchen auf Negros ist fast ausschließlich Muck-Diving. Wer also nicht auf Critter steht, ist dort falsch und sollte sich besser ein anders Reiseziel aussuchen. Für uns war Dauin eine gelungene Ergänzung zu den Tauchgängen mit den Fuchshaien vor Malapascua.

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