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Tauchen auf Madeira, Portugal

Wir waren Ende Juni 2013 für eine Woche auf der portugiesischen Insel Madeira zum Tauchen und Landschaft genießen.
Tauchen auf Madeira: Madeira liegt mitten im Atlantik und heißt nicht ohne Grund die Blumeninsel. Der Golfstrom sorgt das ganze Jahr über für ein ausgeglichenes Klima. Die Wassertemperatur auf Madeira im Juni betrug etwa 20 Grad an der Oberfläche und immer noch erstaunliche 18 Grad in 24 Metern Tiefe.

Video zur Unterwasserwelt von Madeira. Sämtliche Unterwasseraufnahmen wurden am Hausriff von Manta Diving Madeira, bzw. bei einer Whale Watching Fahrt im Osten der Insel gemacht.

Lift Tauchbasis Manta Diving Madeira

Lift zur Tauchbasis Manta Diving

Zur Stärke des Tauchanzugs sei angemerkt: Ein 7mm Anzug samt Unterzieher und eine Haube, oder gar ein Halbtrocken sind jedoch gerade bei mehreren Tauchgängen am Tag nicht verkehrt, auch wenn wir bei einem Tauchgang pro Tag mit unseren 5,5mm und Lavacore Unterziehern samt Haube auch noch einigermaßen zurecht kamen.

In der einen Woche beim Tauchen auf Madeira machten wir vier Tauchgänge mit der in Caniço de Baixo ansässigen Tauchbasis Manta Diving. Unsere Unterkunft fanden wir im Galosol Sporthotel, das gleich über der Tauchbasis liegt. Dieser Umstand und die Nähe des Hotels zur Hauptstadt Funchal machten die Hotelanlage, die eigentlich aus den zwei Hotels Galomar und Galosol besteht, zu unserer ersten Wahl. Aber nun zum Tauchen am Hausriff des Manta Diving Centers Madeira. Man fährt von der Hotelanlage mit einem Lift nach unten ins Strandbad (Lido Galomar), dort liegt auch die Basis.

Es gibt vier verschiedene Einstiege, die alle innerhalb von ein paar Schritten zu erreichen sind. Allerdings teilt man sich den Weg dorthin mit den zahlreichen Badegästen, die offen gesagt, oft im Weg rumliegen und so manchen Umweg provozieren. Dafür stoßen wenigstens wir Taucher mit unseren tropfenden Ausrüstungen auch bei den Badegästen nicht gerade auf Gegenliebe. 🙂

Lavafinger Höhle

Am Tauchplatz Lavafinger

Die Tauchbasis Manta Diving Center befindet sich direkt im Garajau Schutzgebiet. Die Basis hat Montag bis Samstag von 9-17 Uhr geöffnet, in der Hauptsaison auch sonntags von 9-13 Uhr. Bis maximal 15 Uhr kann man sich Flaschen holen, ab 16.30 Uhr sollte man aus dem Wasser sein, da die Flaschen vor Feierabend um 17 Uhr noch neu gefüllt werden. Bevor man beim Manta Diving Center absteigt, sollte man sich also bewußt sein, daß dort eine gewisse Nine-to-five-Mentalität herrscht, wie sie sonst im Tourismus eigentlich (zum Glück) eher selten zu finden ist. Ein Tauchgang mit eigener Ausrüstung kostete 25€, Nitrox machte 3€ Aufschlag. Nebenbei noch ein paar nützliche Hinweise: Manta Diving Madeira akzeptiert bei der Bezahlung nur Bargeld. Ein Geldautomat befindet sich in Hotelnähe, doch der erlaubt nur 200€ pro Tag abzuheben. Man sollte also bereits vor Reiseantritt genügend Scheine von daheim mitbringen. Hat man keine eigene Ausrüstung dabei, so kann man sich diese bei Manta Diving ausleihen. Allerdings muß man diese nach jedem Tauchgang zurückgeben und für den nächsten Tauchgang dann wieder ausleihen. Ist die eigene Größe nach dem Vormittagstauchgang dann am Nachmittag nicht verfügbar, muß man sich mit der Terrasse des Fischrestaurants zufrieden geben, von wo aus man einen sehr guten Blick auf die Taucher werfen kann, die schneller waren, bzw. eine eigene Ausrüstung mitgebracht haben.

Das Hausriff hat wie erwähnt vier Einstiege und zahlreiche Spots, deren Erkundung schon mal zehn Tauchgänge oder mehr in Anspruch nehmen können. Die Landschaft unter Wasser ist felsig und herb, wer die Artenvielfalt tropischer Riffe gewöhnt ist wird enttäuscht werden. Der Atlantik ist hier nun mal kein Warmwasserrevier. Es gibt eine großräumige Höhle direkt neben dem Tauchspot Lavafinger und einen Tunnel weiter westlich am Spot Arena. Zu Beginn unserer Urlaubswoche war das Meer leider sehr aufgewühlt und die Sicht bedingt durch die Wogen eher schlecht. Im Laufe der Zeit wurden die Sichtverhältnisse jedoch besser, so daß es am Ende gut 20 Meter waren. Es gibt mehrere kleine Fischschwärme. Gesehen haben wir auch Barrakudas, kleine Papageifische und Trompetenfische. Seesterne und Seeigel gibt es viele, auch hin und wieder eine Gespenstgarnele und Muränen. Die für Mai bis Juni sonst angeblich regelmäßig anzutreffenden Stechrochen, die zur Brutpflege an das Hausriff von Manta Diving nach Madeira kommen haben wir nicht gesehen. Nach Auskunft der Basis haben diese sich für den Sommer 2013 wohl einen anderen Ort gesucht. Nun ja, der Ozean ist kein Zoo… Und Mantas sollte man übrigens trotz des Namens dort nicht erwarten, denn der letzte Manta wurde vor einigen Jahren am Hausriff gesichtet.

Je nach Wellengang und Wasserstand kann der Ausstieg an den Klippen sportlich werden, zumal die Leitern keine Flossenleitern sind und man so auch bei starken Wellen die Flossen im Wasser ablegen muß. Das ist nicht immer ganz ungefährlich…

Eidechsenfisch Madeira Portugal

Eidechsenfisch am Hausriff von Manta Diving

Es werden auch Bootsausflüge zu anderen Tauchplätzen angeboten. Wir haben daran zwar nicht teilgenommen, doch das Boot mehrmals in der Woche losfahren gesehen. Hierbei ist es vielleicht nicht ganz uninteressant zu wissen, daß das Boot bei zu starkem Seegang nicht an der Pier der Badeanstalt anlegen kann. In diesem Fall heißt es für die Taucher erst ins Wasser zu springen und zum Boot zu schwimmen.

Alles in allem kann man schon eine oder zwei Wochen auf Madeira mit tauchen verbringen, allerdings sollte man sich darüber bewußt sein, daß man sich mitten im Atlantik befindet und das Meer hier rauher und nicht mit buntem Leben überbordend ist wie in den tropischen Meeren. Doch wem es im Wasser zu kalt ist, der kann auf Madeira zum Wandern gehen, um ins Schwitzen zu kommen.

Weiterführende Links:

Galoresort Hotels und Manta Diving Center Madeira

| Stand: Juli 2013

Ein Kommentar zu “Tauchen auf Madeira, Portugal

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