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Schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen

So gelingen farbenfrohe Aufnahmen auch unter Wasser. Schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen müssen kein Glücksspiel sein und man benötigt dafür oft auch kein teures zusätzliches Equipment.
Man sollte allerdings wissen, wann man was braucht, bzw. einsetzt. In diesem kurzen Beitrag verschaffen wir euch einen Überblick darüber, was es für Möglichkeiten gibt Grünstich und Blaustich bei Fotos und Videos zu vermeiden.

Schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen:

1. Möglichkeiten der Kamera nutzen
2. Zur Not einen Rotfilter verwenden
3. Kunstlicht einsetzen

 

1. Möglichkeiten der Kamera nutzen

Warum es unter Wasser nicht so leicht ist stimmige Farben zu erzielen, haben wir unter anderem auf unserer Seite Grundlagen für Unterwasserfilm hinreichend erklärt. Hier geht es nun darum zu erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, um schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen zu erreichen. Und wann man welches Tool dafür am besten anwenden sollte.

Die erste und oft auch günstigste Möglichkeit ist die eigene Digitalkamera! Diese wird vermutlich sogar über einen speziellen Farbabgleich für Unterwasseraufnahmen verfügen. Daher sollte man ihn auch einschalten. Dieser „Unterwassermodus“ erzielt beim Schnorcheln in Tiefen bis 5m ganz gute und farblich ausgewogene Bilder.
Will man tiefer hinunter, sollte die Kamera über einen sogenannten manuellen Weißabgleich verfügen. Ist das Umgebungslicht ausreichend, kann man auch in Tiefen von bis zu 30m noch ausgewogene Farben erhalten. Wie der manuelle Weißabgleich funktioniert, beschreiben wir hier auf dieser Seite: Manueller Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen.

Verfügt die Kamera über keine dieser Möglichkeiten, wie dies zum Beispiel oft bei ActionCams der Fall ist, muß man nicht zwangsweise auf schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen verzichten. Teure ActionCams wie die allseits beliebte GoPro verfügen über die Möglichkeit alles im sogenannten Camera RAW zu filmen. Im Prinzip nimmt man dann die „falschen“ Farben der Umgebung auf und korrigiert nachträglich alles am Computer.

Wie GoPro Protune Camera RAW funktioniert, könnt ihr euch in diesem Video-Tutorial ansehen:

Die Korrektur in der Schnittsoftware ist allerdings sehr zeitaufwendig und erfordert viel Fachwissen. Auch ist das Ergebnis aufgrund von Datenkompression oft nicht so gut wie es bei Filmmaterial ist, das gleich unter Wasser die richtigen Farben „zu sehen“ bekommen hat.

Wie die prinzipielle Farbkorrektur von Unterwasservideos aussieht, zeigen wir in diesem Tutorial:

Will man also auf diesen nachträglichen Aufwand am Rechner verzichten und kann man den Weißabgleich nicht manuell einstellen, hilft in solchen Fällen ein Rotfilter weiter.

2. Zur Not einen Rotfilter verwenden

Gehäuse mit klappbarem Filter

Gehäuse mit klappbarem Filter. So kann man den Filter in geringen oder großen Tiefen aus der optischen Achse entfernen.

Aus gutem Grund steht in der Überschrift „zur Not“, denn Rotfilter haben heute eigentlich nichts mehr vor modernen Kameras verloren. Im flachen Wasser machen sie die Aufnahmen zu rot und in Tiefen jenseits der 15 bis 20m bringen sie nicht mehr genug Rot ins Bild und schlucken nur noch Licht, was wiederum zu einem verstärkten Bildrauschen der Aufnahme führt.
Sollte die Kamera über wirklich keine andere Möglichkeit zur Farbkorrektur verfügen und man nicht gewillt sein die Farben nachträglich am Rechner zu korrigieren, sind Rotfilter ein einfaches und probates Mittel schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Von diesem „Notfall“ abgesehen gilt – aus den oben genannten Gründen – der Grundsatz: Finger weg von Rotfiltern!
Am besten wählt man „zur Not“ Rotfilter, die nicht ständig vor der Kamera verbleiben müssen (Schraubfilter), sondern Filter, die sich leicht abnehmen lassen (Steck- oder Schwenkfilter). So kann man in flachem Wasser und an der Oberfläche Aufnahmen ohne Rotstich machen. Auch kann man den Filter beim Einsatz von Kunstlicht oder in großer Tiefe entfernen.

3. Kunstlicht einsetzen

Tauchen auf Krk, KroatienOftmals wird Kunstlicht viel zu hemmungslos eingesetzt, weil es so schön bunte Farben produziert. Doch der Umgang mit Videolicht unter Wasser will gelernt sein, damit es dann, wenn man es wirklich braucht richtig einsetzt.
Denn, egal ob man einen Rotfilter verwendet oder mit dem manuellen Weißabgleich arbeitet, irgendwann kommt natürlich auch einmal der Punkt, an dem kommt man einfach nicht mehr um den Einsatz von Videolicht unter Wasser herum, um schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen zu erzielen.

Dieser Punkt ist allerdings erst dann erreicht, wenn zum Beispiel…

das natürliche Licht nicht mehr ausreicht und es unter Wasser zu dunkel wird…
man in Höhlen und unter Überhängen taucht…
man nachts taucht…
der Tauchgang in große Tiefen ohne ausreichendes Tageslicht führt…
die Kamera über keinen geeigneten Weißabgleich verfügt (siehe Text oben)…
man Makroaufnahmen in Szene setzen möchte…
das Wasser durch Schwebepartikel sehr trüb ist.

In diesen Fällen ist der Einsatz von Kunstlicht unumgänglich. Wie man dieses Videolicht unter Wasser richtig einsetzt, erfahrt ihr – ihr ahnt es schon – ausführlich auf dieser Extraseite zum Thema Licht unter Wasser. Bitte lest es aufmerksam durch, denn unter Wasser ist es nicht damit getan einfach eine Lampe irgendwo draufzuhalten.

Mit den hier gezeigten drei Punkten sollte jeder eigentlich die für sich optimale Vorgehensweise finden, um schöne Farben bei Unterwasseraufnahmen zu erzielen.

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